Elisabeth Koeppe
Journalistin, Autorin, Texterin

Mein Lieblingsrätsel der Woche

gesendet am 28.11.2018 | 15.10 Uhr | Kulturradio vom rbb

Was für ein Glück! Ich bin in der Bar. Wer sich in die Bar begibt, fällt drin um. Kann passieren, aber, aber, nein! Standhaft behaupte ich meinen Platz, neben diesen beiden, die es sich rechts und links gemütlich machen. Ok, dieses „SICH“ werfen wir über den Tresen. Zum Barmixer. Der putzt ungerührt seine Gläser, hie und da ein Stäubchen oder faltet irgendetwas, zieht die Krawatte glatt und schaut, ob auch ich noch standfest bin. Den Erwartungen entspreche. Was Schönheit und Größe anbetrifft. Erwartung über allem. Klar, steh ich ebenfalls ungerührt und von niemandem geschüttelt – da. Er hinter, ich vor der Barriere. Wir stehen und warten. Ich bin froh, dass ich so groß bin. Sonst wäre ich nicht hier. Sonst wäre ich möglicherweise das, was der Sachse, Erzgebirgler oder gar der Thüringer – Hitsche nennt. Oh, ich hoffe, ich habe nicht schon alles verraten. Haben schon Hitsche-Kenner den Telefonhörer in der Hand? Nein? Niemand weiß, was eine Hitsche ist? - Es ist ein altes Wort, aus den Zeiten, in denen ich noch – exklusiv war. Groß, metallglänzend, schön! Mitnichten in einer erzgebirgischen Küche geboren. Wir hätten da ein paar Wörter, die, neben der geheimnisvollen Hitsche-Freundin, besser in die erzgebirgische Küche passen. Ein elendes Quartett, das leider Verwandtschaft zu mir aufweist, wenn es darum geht, zu bleiben. Und immer noch zu bleiben. Keinen Schritt hinauszuwagen - aus der heimeligen Küche. Ich bekenne, dass Nest, Ofen, Stube oder Wirtshaus kenne und ich ab und an gezwungen bin, mit diesen Beharrungsvarianten zu koalieren. Die kleine Hitsche ruft: Auf, auf, Ihr Faulpelze! Schaut mal, wie die Sonne scheint! Später dann werde ich – der Große – sie vielleicht schwankend machen… Ganz woanders. Mit meiner Schüttelmixtur! Na, was bin ich?