Elisabeth Koeppe
Journalistin, Autorin, Texterin

Rätsel vom Freitag, 22. Mai 2020 - gesendet um 15.10 Uhr auf rbbKultur:

Wer kennt noch diesen Dreiklang, dessen sprachliche Beherrschung très français war: Accent grave, Accent aigu, Accent circonflex. Manno Meter, das klingt! Da bleibt uns fast die Sprache oder zumindest die Spucke weg. Da muss ich mich abwenden und nachdenken, was ich dagegensetzen kann, um bemerkt zu werden. Ich sage: Mut zur Lücke! Streichen, einfach lassen. Ganz gelassen, lassen wir aus. Mit dem Mut zur Lücke können wir auch - ein Zeichen setzen. Könnten wir ein Zeichen setzen. Doch was tun wir? Lücken schaffen ohne Waffen. Da klaffen sie – die Lücken und müssen gestopft werden. Wie immer bin ich ein probates Mittel. Man nehme mich oder auch den Accent grave oder den Accent aigu und hoch damit. Auch wenn des Typographen Herz flimmernde Sprünge vollführt. Lücke füllen! Das ist englisch. Das ist IN. In der Lücke prange also - ICH. Und sage nunmehr: Ich habe genug. Weil ich genug hab, sage ich außerdem: Nach neuer Rechtschreibe hierzulande, könnte sich jeder nach freiem Ermessen diesem Ausruf des Nichtmehrwollens hinzusetzen. Lassen wir es. Lassen Sie es bitte! Sie alle da draußen. Nur Deppen setzen mich in ausgelassener Freude in Lücken, wo keine sind. Lücken schaffen… – ich sagte es. Und ich als Lückenbüßer. Dabei ist es nur dieses kleine überall seiende „e“, das meine Ausgelassenheit herbeiführt, wenn man so will, selbstverständlich. Geht das „e“, kann ich kommen, muss aber nicht. Auch ein „i“ ist akzeptabel oder ein zischelnd endender Genitiv. Wenn diese Konstrukte ein ausgelassenes Dasein führen sollen, darf ich hierfür Zeichen setzen. Nur dann. Basta! Und nun ist sie am End, meine inn’re Klag. Na, was bin ich?