Elisabeth Koeppe
Journalistin, Autorin, Texterin

Mein Lieblingsrätsel der Woche

gesendet am 15.04.2019 | 15.10 Uhr | Kulturradio vom rbb

Machen wir eine Lebensliste. Oder besser zwei. Auf der einen die positiven Seiten. Von irgendetwas. Vielleicht die unseren. Also die, die wir genau kennen – und wissen. Auf der anderen die negativen. Und dann abwägen. Positive hin, negative her. Und umgekehrt. Jetzt stellen wir uns diese positiven und auch die negativen Seiten vor. Nicht als gut oder böse. Sondern als Form. Und weil die Kugel so vollkommen ist, machen wir aus unseren guten und bösen Seiten – gute und böse Kugeln. Dann merken wir – was für eine Erkenntnis! - Kugel ist Kugel! Lassen wir also das Gut und das Böse gen Himmel entschweben. Und die Kugeln auch. Aber – wir wissen auch das ziemlich genau – es kommt alles wieder - runter. Fangen wir’s. Und jetzt überlegen: Was ist der Sinn. Des Lebens. Oder meiner. Ich gebe unumwunden zu: ICH HABE KEINEN. Außer – Eindruck machen. Tricksen mit Kunst-Appeal. Verschwendung von Zeit und Energie. Konzentrieren, reagieren, trainieren, koordinieren. Und immer an die Kugeln denken oder die Zigarrenkisten oder Porzellanteller oder sonst was… Wichtig ist meine Formel: n größer als b. Was ist n? Tja, wie gesagt – es sind die variablen Objekte des Lebens. Und b – unsere Hände. N größer als B. Wobei diese Größe nicht das Objekt, sondern seine Zahl bezeichnet. Und noch eine Definition: Ich bin all das, was jene Objekte manipuliert. Und Manus sagt uns jetzt, was nicht dazugehört: Ein Instrument spielen, einen Drachen fliegen lassen, einen Knopf zuknöpfen, Fahrradfahren. Auch Objektmanipulation, aber nicht n größer b. Und sollte n vielleicht sechs sein, können wir meinen Jüngern das gerne zeigen. Wahrscheinlich werden sie mit ausdruckslosen Mienen sagen: Gut, hast Du’s schon mit sieben probiert? Na, was bin ich?